Liebe Freunde
Was ist praxisrelevant «neu» in der Rheumatologie? Was haben wir in den letzten Jahren verpasst? Wohin führt der weitere Weg, was erwartet uns in den nächsten Jahren?
Falls ihr hofft, ihr würdet auf den folgenden Seiten einen Strauss neuer Methoden gegen die Schmerzen und Funktionseinschränkungen unserer Patientinnen und Patienten finden, habt ihr die Erwartungen zu hoch angesetzt. Aber einige praxistaugliche Tipps sowie zukunftsträchtige Hinweise findet ihr in diesem Heft bestimmt.
Zukunftweisend sind die fachübergreifende, personalisierte Medizin («Komorbiditäten bei Psoriasis-Arthritis») sowie die Sex- und gendersensible Perspektive («Rheumatologie trifft Kardiologie»).
Vor fünf Jahren wurde zu «Praxisrelevante Neuigkeiten» an dieser gleichen Stelle über Stosswellen, Nadel-Aponeurotomie, Synovialisbiopsie und Ultraschall sowie zuvor über Platelet Rich Plasma (PRP) berichtet. Zu «Ultraschall des Bewegungsapparates» und «Aus der Grundlagenforschung in die Praxis: Synovialbiopsien» sowie zur «Kapillarmikroskopie in der Praxis» könnt ihr nun die Weiterentwicklungen lesen.
Die gfs-Studie der FMH zu den Arbeitsbedingungen und der Arbeitszufriedenheit 2025 zeigte einmal mehr, dass die Administration in unserem Alltag weiter zunimmt. Dies ist wohl ein strukturimmanentes Phänomen, welches mit unserer weit verbreiteten Unsicherheit und den daraus folgenden überbordenden Kontrollmechanismen zusammenhängt und nicht nur die Medizin, sondern unser ganzes Leben im 21. Jahrhundert in Europa prägt. Täglich erreichen uns neue Dokumentationsaufgaben; wem es gelingt, den Aufwand dafür niedrig zu halten, mag sich glücklich schätzen. Dabei kommt ihr nicht an der IT vorbei, welche ständig Neuerungen bringt («Soll Künstliche Intelligenz und Digital Health in der Praxis schon eingesetzt werden?»). Präzise Formulierungen in der Kommunikation mit offiziellen Stellen machen die ungeliebte Büroarbeit sinnvoll («Zwischen Klinik und Versicherung – das ärztliche Zeugnis als Brücke»).
Alte Weisheiten geraten in Vergessenheit und müssen wieder «neu» erfunden werden. Es macht den Anschein, dass der Umgang mit Rückenschmerzen, früher eine Kernkompetenz der Rheumatologie, von Schmerztherapeuten usurpiert wird; eine seriöse Untersuchung steht immer noch am Anfang der Einordnung von Symptomen («Praktische Diagnostik bei Rückenbeschwerden»). Die Behandlung der Osteoporose wird anhand neuester Studiendaten aufdatiert («Best of Bone 2025»). Aus der lebhaften Rheumapraxis kommt der Impuls zur Motivation für einen gesunden Lebensstil, der mit dem neuesten Trend «longevity» Hand in Hand geht und eine dankbare Aufgabe mit viel Zufriedenheit ist («Prävention im Praxisalltag»).
Und zuletzt: Unsere aufopfernde Arbeit soll angemessen entschädigt werden. Dafür sorgen die Gedanken und der Einsatz unseres Mitglieds im Zentralvorstand (ZV) der FMH («Faire Tarife»).
Ich danke meinen lieben, mir zugetanen Kolleginnen und Kollegen für ihre kurzen, knackigen und zukunftweisenden Beiträge und wünsche euch eine tolle Lektüre.
Herzlich,
KD Dr. med. Marcel Weber