Behandlung der Dupuytren-Kontraktur

Surgery, Needle Fasciotomy, or Collagenase Injection for Dupuytren Contracture: A Randomized Controlled Trial

Räisänen M.P. et al. Ann Intern Med 2024;177:280

302 nicht verblindete Patienten mit behandlungsnaiver Dupuytren-Kontraktur (Kontrakturwinkel <135°) wurden drei Behandlungsarmen (Operation, Nadelfasziotomie oder Kollagenase-Injektion) zugeteilt, wovon 292 (97 %) resp. 284 (94 %) die 3-Monats- und 2-Jahres-Kontrolle bestritten. Die Erfolgsraten, definiert als mehr als 50 % Kontrakturlösung und akzeptabler Symptomzustand, waren nach 3 Monaten ähnlich: 71 % für die Operation, 73 % für die Nadelfasziotomie und 73 % für Kollagenase. Nach 2 Jahren wies die Operation sowohl im Vergleich zur Nadelfasziotomie (78 % vs. 50 %) als auch zur Kollagenase (78 % vs. 65 %) höhere Erfolgsraten auf. Die sekundären Endpunkte (Handfunktion, Schmerzen, Lebensqualität, Patientenzufriedenheit, verbleibender Kontrakturwinkel, Fingerbeugung und schwerwiegende unerwünschte Ereignisse) zeigten dieselben Ergebnisse.

Die Literatur zur Behandlung der Dupuytren-Kontraktur ist, bei einem häufigen Krankheitsbild, spärlich, und insbesondere finden sich Erfolgsstudien aber keine Vergleichsstudien. In diesen sechs finnischen Spitälern wurden für die drei Gruppen je 100 Patienten rekrutiert (Verblindung nicht möglich), mit beachtlichen Erfolgsraten für die Nadelfasziotomie (in der Schweiz beispielsweise in Yverdon möglich) und für Kollagenase (Präparat von der Firma in der Schweiz zurückgezogen). Bei dieser Ausgangslage dürfte der Patient mitreden (shared decision), aber er ist (aufgrund der Infrastruktur in der Schweiz) mit der Operation nach wie vor gut bedient.

Zur Studie
KD Dr. Marcel Weber
Zürich

Wirkung von PRP bei Gonarthrose nicht besser als medizinische Trainingstherapie

Does the Combination of Platelet-Rich Plasma and Supervised Exercise Yield Better Pain Relief and Enhanced Function in Knee Osteoarthritis? A Randomized Controlled Trial.

Karaborklu A. S. et al. Clin Orthop Relat Res 2024:online ahead of print

In einer randomisierten kontrollierten, dreiarmigen klinischen Studie wurden 84 Patienten mit leichter bis mittelschwerer Kniearthrose (Kellgren-Lawrence Grad II oder III) eingeschlossen. Die Patienten wurden nach dem Zufallsprinzip (1:1:1) entweder der Trainingstherapie-Gruppe (28 Patienten), der PRP-Gruppe (28 Patienten) oder der PRP + Trainingstherapie-Gruppe (28 Patienten) zugeteilt. Alle Patienten wurden nach dem Intention-to-treat-Prinzip analysiert. Zwischen den Gruppen gab es keine Unterschiede in Bezug auf Alter, Geschlecht, Schweregrad der Arthritis und klinische Ausgangswerte (Schmerzen, WOMAC, funktionelle Leistungstests und gesundheitsbezogene Lebensqualität). Die Trainingstherapie umfasste ein 6-wöchiges strukturiertes Programm (12 beaufsichtigten Einzelsitzungen mit Kräftigungs- und Funktionsübungen). Währenddessen erhielt die PRP-Gruppe drei wöchentliche Injektionen von leukozytenarmem PRP. Die PRP+Übungsgruppe erhielt eine kombinierte Behandlung mit beiden Interventionen. Das primäre Ergebnis waren Knieschmerzen (VAS) nach 24 Wochen. Zu den sekundären Ergebnisgrössen gehörten der WOMAC-Index, 40-Meter-Schnelllauftest und des Treppensteigtest sowie der SF-12-Score für die gesundheitsbezogene Lebensqualität.

Es zeigten sich keine klinisch bedeutsamen Unterschiede für Schmerz (VAS ≥ 2 Punkte) nach 24 Wochen im Vergleich zu Trainingstherapie, Trainingstherapie + PRP resp. PRP allein. Ebenso fanden sich keine Unterschiede in den WOMAC-Scores oder anderen sekundären Endpunkte.

Kommentar
Seit Jahrhunderten hoffen die Patienten auf ein Wundermittel zur Linderung der durch Knorpelschäden verursachten Symptome. Im Zeitalter der Stammzellenbehandlung glauben viele Patienten, dass eine zellvermittelte Heilung in der Lage sein sollte, die komplexe histologische Struktur des Knorpels wiederherzustellen. Sowohl die aktuelle Studie als auch die Studie von Dório M. et al. (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34560869/) bestätigt den Eindruck in der klinischen Praxis, dass Platelet-Rich Plasma (PRP) für die Behandlung der Gonarthrose wenig geeignet ist.

Zur Studie
Dr. Christian Marx
Zürich