Die sagittalen MRI-Aufnahmen der Wirbelsäule (STIR- und T1-Sequenzen) des 54-jährigen Patienten zeigen eindrückliche Befunde (Bilder 1-3). Das CRP ist mit 7 mg/l leicht erhöht.

Im Segment LWK 4/5 vermuten Sie am ehesten eine:

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Lösung B ist richtig.

Es handelt sich um eine Andersson-Läsion bei einer seit längerem bestehenden Spondylitis ankylosans. Der Befund von diskovertebralen/vertebralen erosiven Endplattenveränderungen wurde erstmals in den konventionellen Röntgenaufnahmen vom Radiologen Olaf Andersson 1937 beschrieben. Die typischerweise halbmondförmige oder Kokarden-ähnliche Veränderung befindet sich im Gegensatz zu den „Shiny corners“ (Romanus-Läsion) nicht in den anterioren oder posterioren, sondern meist in den zentralen Wirbelkörperanteilen.  Neben der inflammatorischen Genese im Sinn einer nicht-infektiösen „Spondylodiszitis“ wird auch das Konzept einer diskovertebralen Enthesitis bzw. von mechanischen Faktoren diskutiert; entsprechende Befunde sind auch bei fehlender Frakturheilung (Pseudarthrose) resp. bei Insuffizienzfrakturen beschrieben. Die Abgrenzung zu einer infektiösen Spondylodiszitis kann mitunter eine Herausforderung sein, insbesondere wenn,  wie in unserem Fall, die Bandscheibe eine Signalanreicherung aufweist. Gegen eine infektiösen Prozess sprechen hier das fehlende Enhancement in den paravertebralen bzw. epiduralen Weichteilen, das Vorhandensein weiterer typisch entzündlicher Befunde (hier auch der Costovertebralgelenke) und die klinischen Befunde. Bei ossären Metastasen würde man eine Invasion der umgebenden Strukturen bzw. eine Infiltration des Knochenmarks erwarten.