Bilaterales Hüftimpingement: Simultane oder gestaffelte Operation?
Simultaneous Versus Staged Bilateral Hip Arthroscopy for Femoroacetabular Impingement: Minimum 2-Year Outcomes with a Unilateral Control Group
Lin Foo G. et al. Am J Sports Med 2025:online ahead of print
Etwa 20 % der Patienten mit femoroacetabulärem Impingement (FAI) haben beidseitige Symptome. Diese Kohortenstudie aus Neuseeland untersuchte die klinischen Ergebnisse und Revisionsraten bei Patienten mit simultaner bilateraler, gestaffelter bilateraler und einseitiger Hüftarthroskopie. Insgesamt wurden 196 Patienten (Durchschnittsalter 30) mit simultaner, 111 Patienten (Durchschnittsalter 31 Jahre) mit gestaffelter bilateraler und 1529 Patienten (Durchschnittsalter 37) mit einseitiger Arthroskopie eingeschlossen. Patienten-Reported Outcome Measures (PROMs) wie der iHOT-12, der Non-Arthritic Hip (NAH) Score und der Hip Disability and Osteoarthritis Outcome Score (HOOS) wurden prä- und postoperativ erhoben. Die Nachbeobachtungszeit betrug mindestens zwei Jahre.
Alle drei Gruppen zeigten signifikante Verbesserungen gegenüber den Ausgangswerten (P < 0,001). Die Verbesserungen waren weitgehend ähnlich, mit Ausnahme der HOOS-Sport und HOOS-Lebensqualität, in denen gestaffelte Eingriffe schlechter abschnitten als simultane oder einseitige Eingriffe. Auch erreichte ein geringerer Anteil der Patienten nach gestaffelter Operation klinisch relevante Verbesserungen im iHOT-12, HOOS-Sport und HOOS-Lebensqualität. Die Revisions- und Arthroplastieraten unterschieden sich zwischen den Gruppen nicht.
Kommentar
Simultane bilaterale Hüftarthroskopie bei FAI-Patienten führte zu vergleichbaren 2-Jahres-Ergebnissen wie gestaffelte oder einseitige Eingriffe, zeigte jedoch Vorteile gegenüber gestaffelten Operationen in den Bereichen Sportfunktion und Lebensqualität. Gerade bei jungen Personen mit beidseitigem Hüftimpingement scheint eine simultane beidseitige arthroskopische Korrekturoperation ein gute Therapieoption zu sein mit sicher auch schnellerer Rückkehr zu Alltags- oder sportlichen Aktivitäten.

Vorsicht bei Arbeitsunfähigkeit 1–2 Monate nach Mikrodiskektomie
Return to Work After Lumbar Microdiskectomy: A Systematic Review and Meta-analysis
Saltychev M. et al. Spine 2025;50:E167
In diese Metaanalyse wurden 31 (von 2285) Studien bei Erwachsenen mit einer lumbalen Mikrodiskektomie aufgrund eines degenerativen Bandscheibenvorfalls, mit Ausnahme von Spinalkanalstenose, Cauda equina-Symptomatik, perkutaner Diskektomie, künstlicher Bandscheibe, Endoprothetik, Laminektomie oder Fusion einbezogen. In 21 Studien betrug die Rückkehr an den Arbeitsplatz 78 % (95 % KI: 71 % – 83 %). In 13 Studien betrug die mittlere Zeit bis zur Rückkehr an den Arbeitsplatz 4.79 Wochen (95 % KI: 3.88-5.70).
Es ist erfreulich zu lesen, dass über Dreiviertel der Patienten innerhalb der ersten anderthalb Monate nach Mikrodiskektomie die Arbeit wieder aufnehmen. Die Dauer der präoperativen Symptome hatte keinen signifikanten Einfluss auf die Rückkehr an den Arbeitsplatz. Leider ist es aber auch so, dass die Wiederaufnahme der Arbeit nach dieser Zeit eher unwahrscheinlich ist.
Dementsprechend sind wir angehalten, bei Arbeitsunfähigkeit 1-2 Monate nach Mikrodiskektomie sofort grösste diagnostische und therapeutische Anstrengungen zu unternehmen, beispielsweise auch mit einer stationären Rehabilitation.

Ultraschallscoring bei Riesenzellarteriitis – prädiktive Aspekte
The giant cell arteritis (GCA) ultrasound score (OGUS) at diagnosis and after initial treatment predicts future relapses in GCA patients: results of a multicentre prospective study
Monti S. et al. Rheumatology 2025;84 (5):823
Diese prospektive multizentrische Studie hat bei Patienten mit neu aufgetretener Riesenzallarteriitis (RZA) serielle vaskuläre Ultraschalluntersuchungen gemäss OMERACT durchgeführt und gemäss RZA Ultraschall Score (OGUS) quantifiziert. Hierbei wurden 79 Patienten für insgesamt 849 Visiten begleitet. Es zeigten sich 66 Krankheitsrekurrenzen mit einer mittleren Dauer von 210 Tagen bis zur Rekurrenz. Ein initial höherer Score war mit einer erhöhten Rekurrenzrate nach 12 Monaten assoziiert, eine rasche Normalisierung des Scores innerhalb der ersten 3 Wochen korrelierte mit einer geringeren Rekurrenzrate.
Kommentar
Wenn die Möglichkeit sowohl zur initialen als auch zur Verlaufsbeurteilung einer RZA mittels kranieller Ultraschalluntersuchung gemäss obigen Kriterien besteht, kann dies zur Risikostratifizierung insbesondere zu Anfang herangezogen werden. Die Daten zeigen auch, dass eine rasche Remissionsinduktion einen guten Verlauf wahrscheinlicher macht – somit auch eine initial verstärkte, kombinierte immunmodulatorische/immunsuppressive Medikation rechtfertigen dürfte.
Die vorliegende Studie bezieht sich allerdings lediglich auf Patienten mit einer Neu-Manifestation einer RZA, die Beurteilung bei Rezidivpatienten ohne initiale OGUS Einschätzung ist somit (noch) nicht möglich.

Meniskektomie versus Bewegungstherapie
Arthroscopic partial meniscectomy versus exercise therapy for degnenerative meniscal tears: 10-year follow-up of the OMEX randomised controlled trial
Berg B. et al. Br J Sports Med 2025;59:91
Randomisierte Studie mit 140 Teilnehmern zur Untersuchung der radiologischen Kniearthrose-Progression, der Entwicklung einer Kniearthrose sowie patientenorientierter Endziele 10 Jahre nach arthroskopischer partieller Meniskektomie versus Bewegungstherapie bei degenerativ bedingten Meniskusrissen.
Die beiden Gruppen zeigten vergleichbare Resultate: Progression der radiologischen Arthrosezeichen, die Inzidenz von radiologischer neuer Kniearthrose sowie auch klinische Parameter inklusive isokinetische Muskelkraft.
Fazit
Bei degenerativ bedingten Meniskusrissen erwiesen sich die arthroskopische partielle Meniskektomie und Bewegungstherapie nach 10 Jahren Follow-up als gleichwertig. Zudem führten beide Therapien zu einer Verbesserung der Schmerzen wie auch der Kniefunktion. Die Bewegungstherapie ist laut dieser Studie für diese Indikation einer Meniskektomie vorzuziehen.
