Der knapp 80-jährige Patient leidet seit langer Zeit an immer wieder auftretenden Schüben von lokalen lumbalen Schmerzen. Nun klagt er seit 3 Wochen über besonders starke Beschwerden, welche ihn auch nachts stören. Ein Röntgenbild wird veranlasst (Bild).

Das Röntgenbild führt zu folgender Verdachtsdiagnose

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Auflösung

Bei diesem älteren Patienten fällt die Osteopenie der lumbalen Wirbelkörper sowie eine starke Aortensklerose auf. Die Abstände zwischen den Wirbelkörpern sind recht gut erhalten mit Ausnahme des Intervertebralraumes LWK 3/4, welcher praktisch aufgehoben ist. Zudem sind die Bodenplatte LWK3 sowie die Deckplatte LWK4 sehr stark sklerosiert, was auf einen langjährigen Überlastungsprozess hindeutet; Grund dafür ist die Pseudospondylolisthesis LWK 3/4, dies bei völlig aufgebrauchter Bandscheibe. Soweit erklärt dies die intermittierenden lumbalen Beschwerden des Patienten.

Bei genauer Betrachtung der Sklerosezonen entdecken wir aber auch mehrere kleine Aufhellungen (im Röntgen dunklere Herde), dies besonders in der Bodenplatte von LWK3, unmittelbar über dem Rand der Bodenplatte. Diese «Aufhellungszonen» entsprechen lytisch-erosiven Veränderungen, welche auf das Vorhandensein einer bakteriellen Entzündung hinweisen; hier handelte es sich um eine septische Spondylitis auf der Grundlage einer degenerativen ausgeprägten Erkrankung LWK 3/4. Wie meist in solchen Fällen konnte Staphylokokkus aureus nachgewiesen werden.