Januskinase Inhibitoren bei rekurrierender Riesenzellarteriitis

Effectiveness of janus kinase inhibitors in relapsing giant cell arteritis in real-world clinical practice and review of the literature

Loricera J et al. Arthritis Res Ther 2024:online ahead of print

Diese retrospektive Analyse der Kolleginnen und Kollegen aus Spanien untersucht anhand sogenannter „real-world“ Daten, inwieweit Januskinase Inhibitoren (JaKi) bei Patientinnen und Patienten mit rekurrierender Riesenzellarteriitis (GCA) hilfreich sein können.

Nach Therapieversagen von Methotrexat und Biologika (u.a. Tocilizumab bei 26 Patienten) hatten 35 GCA-Patienten eine JaKi Therapie erhalten: 15 wurden mit Baricitinib, 10 mit Tofacitinib und 10 Patienten mit Upadacitinib therapiert. Nach einer mittleren Beobachtungszeit von 11 Monaten konnte bei 16 Patienten eine dauerhafte komplette Remission erzielt werden, 15 Patienten hatten JaKi aufgrund einer Rekurrenz beendet. 4 Patienten hatten ein schweres unerwünschtes Ereignis entwickelt und somit ebenfalls die JaKi Medikation gestoppt aufgrund von Transaminasenanstieg (N= 1), Rhythmusstörungen und Dyspnoe (N=1), Herpes zoster (N=1) und Glioblastoma multiforme (N=1) 6 Monate nach JaKi-Therapiebeginn.

Erwähnenswert ist zudem, dass 16/28 mit anti IL-6 vortherapierte GCA-Patienten und Rekurrenz dann doch ein Ansprechen im Sinne einer klinischen Remission unter einem der drei JaKi erzielen konnten.

Kommentar
Der Einsatz eines JaKi bei GCA Rekurrenz erscheint in der Mehrzahl der Betroffenen in dieser Population hilfreich gewesen zu sein.

Die aktuellen Studien zu JaKi bei GCA sind weiterhin unterwegs und werden mutmasslich zu einer weiteren Zulassung einer Medikamentenklasse bei GCA führen.

Die Phase III Studie zu Upadacitinib bei GCA wird hierzu ein (mutmasslich positives) Ergebnis erbringen.

Es bleibt darüber hinaus zu hoffen, dass auch Biomarker die Vorhersage eines Ansprechens auf eine der zur Verfügung stehenden gezielten Therapien in naher Zukunft in der Therapieentscheidung unterstützen können.

Zur Studie
Prof. Dr. Sabine Adler
Aarau

Ist eine Behandlung der Hyerurikämie mit Febuxostat nephroprotektiv?

CD19 CAR-T-Zell-Therapie bei schweren entzündlich-rheumatischen Erkrankungen

Kosten-Nutzen von Biosimilars vs Leflunomid